Die Froschballade

In Lindau machte einst Station ein junger Storch aus Iserlohn.

Er wollte sich mal köstlich laben an einem Frosch aus Oberschwaben.

Man schickte ihn hinauf nach Wangen dort könne er sich einen fangen.

 

Und siehe da! Nach kurzem Fluge landete der Neunmalkluge am Waldesrand an einem Weiher.

Dort hielt er Ausschau wie ein Geier nach einem Wasserfrosch mit feinen,

ganz zarten Wasserpatscherbeinen.

 

Er watete ins Wasser rein und schnappte einen Frosch am Bein.

Genüsslich zog er ein die Luft und sprach:

„Ein Schwabe welch ein Duft!“

 

„Wos – Schwabe?! rief der Frosch „du Depp“,

„i kimm aus Bayern, bin der Sepp!“

 

Der Storch ließ fallen ihn vor Schreck und flatterte nach Meersburg weg.

Aus war’s mit der Schwabenküche und deren köstlich Wohlgerüche!

 

Und die Moral von der Geschicht‘:    Glück hat wer fremde Sprachen spricht.

 

(C) Günter Neidinger