Schwaben – wer sind wir ??

Die Sueben

Der Name Sueben stammt aus dem Elbgermanischen und existiert seit 600 v.u.Z. Den ersten Suebenstamm selbst gibt es erst seit ca. 300 v.u.Z., der seinen Ursprung in Schleswig Holstein fand. Durch die Einsiedlung der Schweden entstand auf Urnen, Schmuck, etc. das Swastika und galt als einheitliches Stammeszeichen. Der Name Sueben kommt durch die dazugesiedelten Schweden und bedeutet „die sich übers Wasser bewegenden“ oder „einheitlicher Stamm“. Das wichtigste Merkmal an einem Sueben war der Haarknoten an der rechten Schläfe. Die Vollentwicklung des ersten Suebenstammes bestand erst 200-100 v.u.Z. Die Verbreitung der Sueben dehnte sich an den Küsten der Nord- und Ostsee entlang aus. Die Ostsee hieß in der Zeit des Tacitus „Suebisches Meer“ Das Suebengebiet erstreckte sich über fast die ganze norddeutsche Tiefebene bis zu den Mittelgebirgen und zum Nordostabhang des Harzes zur Hainleite hin. Die Stadt Schwiebus in der östlichen Mark-Brandenburg, damals Swebissen, war der Hauptsitz der Sueben.
Die frühen Suebenzüge begannen im 4. und 3. Jh. v.u.Z. Vier verschiedene Gruppen erschienen damals im Bereich des südlichen Abendlandes. Die Gaesaten, die Daliternen, die Kalukonen und die Tulinger. Sie überquerten die Alpen und ließen sich zeitweise am Südabhang nieder. In dieser Zeit traten die suebischen Bundesgenossen der Kelten auf, die den Römern das Leben erschwerten. Drei suebisch-germanische Stämme, mit einer Zahl von ca. 30.000 Kriegern, wagten es mit Frauen und Kindern hinauszuziehen um den Römern verlustreiche Niederlagen zu bringen.
Zunächst im Jahr 114 v.u.Z. bei Neumarkt(Noreja) in der Steiermark, dann die wohl schwerste bei Arausio(Orange) in Südfrankreich.
Ihre Bitte an die Römer, man möchte ihnen Land einräumen, wurde hohnvoll zurückgewiesen. Die siegreichen Germanen fielen nicht wie andere Völker über die Beute der Römer her, sondern verbrannten oder versenkten sie im Moor als Opfer an die Götter.
Unmittelbar nach dem Scheitern der Kimbern und Teutonen planten die Sueben nun ihrerseits einen Vorstoß nach Süden mit dem Gedanken neues Land zu gewinnen. Sie mussten einen geeigneten Heerführer wählen.
Julius Caesar berichtet in seinem Buch über den gallischen Krieg mehrmals über den Suebenzug.

Hier erfahren wir erstmals von dem Führer Ariovist. Ariovist nahm mit seinem Heer die Keltenfestungen ein. Die Höhenburgen waren bereits fest erkundet. Von diesen ragten hervor:

  • Die große Gleichburg der Volsker bei Römhild in Südthürigen
  • Die Kesterburg bei Marburg an der Lahn in Hessen
  • Die Milseburg in der Rhön
  • Der weiträumige Ringwall Goldgrube bei Oberursel am Taunus
  • Die riesigen Fliehburgen a.d. Tauber und bei Kelheim a.d. Donau

Im Jahr 72 v.u.Z. überschritt Ariovist mit ca. 15.000 Sueben den Rhein. Er wollte im Südwesten, jenseits des Rheins, Land gewinnen. Diesem Unternehmen schlossen sich einige Suebenteilstämme an. Die Wangionen, die Nemeter und die Triboker.
Diese drei Suebenstämme hatten sich nach Rückzug der Kelten bereits am linken Rheinufer angesiedelt. Sie erhöhten die Gesamtzahl der nach Südwesten ziehenden Sueben sehr. Dazu kamen noch die aus Norwegen stammenden Haruden.
Die Wangionen nahmen die Gegend um Worms, die Nemeter das Land um Speyer und Bad Dürkheim, die Triboker das nördliche Elsaß in Besitz.
Ariovist scheint in dieser Zeit noch eine zweite Ehe mit einer keltischen Fürstentocher in der Steiermark (Noricum) eingegangen zu sein. Sein Ziel war die Errichtung eines Großreiches in Süddeutschland.
Die Abdrängung der Helvetier nach Süden machte Cäsar in Gallien unruhig. Dieser Schlug den keltischen Stamm zurück.
Inzwischen riefen die Sequaner, ein keltisch-gallischer Stamm, Ariovist um Hilfe gegen deren Nachbarstamm, die Häduer, mit dem Versprechen, nach deren Überwindung den Sueben Land zu überlassen. Die Häduer hatten ihre Sitze südlich von der burgundischen Pforte, im oberen Saone- und im Rhonetal. Würden die Sueben im oberen Rhonetal Fuß fassen, so musste Cäsar damit rechnen, daß diese der Rhone entlang weitermarschierten.

Cäsars Ziel war ganz Gallien zu unterwerfen. Ariovists Auftreten kam ihm dabei gar nicht gelegen. Er musste versuchen ihn aufzuhalten. Eine vorherige Begegnung mit Ariovist flößte Cäsar eine hohe Achtung vor seinen Rivalen ein. Cäsar war mit den Römern jedoch zahlenmäßig überlegen. Cäsar zwang durch Verlegung seines Lagers Ariovist zu vorzeitigem Angriff. Dadurch errang Cäsar den entscheidenden Sieg in Mühlhausen im Oberelsaß. Ariovist verlor dabei sein Leben. Die Hauptmacht der Sueben endete somit 58 v.u.Z.
Dennoch überlebten die Triboker, die Nemeter und Wangionen die sich am linken Rheinufer seit 70 v.u.Z. aufhielten und sogar nach Lothringen ausdehnten. Allerdings kamen diese Stämme zunächst unter römische Herrschaft.
Die stark angeschlagenen suebischen Verbände entkamen über den Rhein und ließen sich am unteren Main, am unteren Neckar und bei Groß-Gerau in Südhessen nieder. Auch sie mussten die römische Herrschaft anerkennen.
Die Sueben konnten also in Gallien nicht Fuß fassen, ausserdem wurde ein Ausgreifen der Sueben in fremde Länder verhindert.

(typischer suebischer Krieger mit dem typischen Zopf)

Nach Ariovists Tod bildeten sich in den Jahren bis 0 mehrere Teilstämme. Nun erklangen die Namen der Markomannen, der Quaden, der Hermunduren und der Langobarden.
Der Hauptstamm der Sueben blieb jedoch in der Mitte, nämlich an der Elbe und Havel. Diese Germanen nannten sich nun Semnonen.
Den Römern gelang es nicht die Wangionen, Nemeter und Triboker vom linken Rheinufer zu verdr&aauml;ngen. Ihre Anzahl stieg stark an. Der Hauptsitz der Triboker war Brumath im Unterelsaß, bei den Nemetern blieb es Speyer und die Wangionen siedelten zwischen Worms und dem Donnerberg.
Die Triboker nahmen eine Keltenfestung westlich von Straßburg bei Oberehnheim ein und bauten diese aus. Der hochragige Odilienberg wurde seither das Hauptheiligtum der Triboker. Auch ostwärts vom Rhein hatten die Triboker ihre Niederlassungen.
Unterhalb von Kehl in Baden bei Diersheim wurde ein Urnenfriedhof entdeckt, dessen Grabbeigaben auf Sueben deuten.

Die Reste des suebischen Heeres in Mühlhausen gingen nicht ganz unter. Sie erreichten auf dem rechten Rheinufer die Wagenburgen ihrer Angehörigen. So zogen die Sippen rheinabwärts bis zur Neckarmündung und ließen sich nördlich davon, in der Gegend zwischen Heidelberg und Mannheim nieder. Die Römer duldeten dies unter ihrer Herrschaft. Sie nannten diese „Suebi Nicretes“. Auf dem Heiligenberg bei Heidelberg errichteten die Sueben ihr Hauptheiligtum.

Der neue Suebengau am Neckar umfasste hauptsächlich das Gebiet um das heutige Ladenburg. Die Sueben mussten Hilfstruppen stellen auf die die Römer sehr erpicht waren. Dafür wurden ihnen Freiheiten gewährt. Dies bezeugen lateinische Inschriften.

Ein Zeichen dafür, wie schnell sich die Sueben von ihrer Niederlage erholten, ist der Einfall einer suebischen Einheit vom Main aus in Gallien um 29 v.u.Z., der allerdings den Römern nur bedingten Schaden zufügte. Vermutlich sind diese Sueben nach dem Ende ihres Streifzuges wieder in ihre Ausgangsorte zurückgekehrt.

Folgende Ereignisse spielten sich kurz vor oder nach dem Jahre 0 in Germanien ab:
Von Süden her überquerten die römischen Feldherren Drusus und Tiberius auf den Befehl des Kaisers Augustus mit je einem Heer im Jahr 15 v.u.Z. die Alpen und besetzten die Gebiete der Räter, der keltischen Rauraker u. Vindeliker im nördlichen Alpenvorland bis zur Donau ohne Wiederstand. Nur von einer Seeschlacht der Römer mit den Vindelikern auf dem Bodensee wird berichtet, wobei mehrere Käne der Vindeliker versenkt wurden. Eine rätische Jungmannschaft hatte im obersten Rheintal eine Schanze errichtet. Sie wurden von den Römern gefangen.
Damals hatte Kaiser August das Ziel sein Reich bis zur Elbe vorzuschieben.
Tatsächlich unternahm Drusus darauf einen Zug vom Rhein aus der Elbe in das Gebiet der Sueben, ohne dass diese ihm feindlich entgegentraten. Drusus stürzte beim Rückweg noch in Germanien tot vom Pferd. Die Germanen gewährtem ihrem Feind in ehrenhafter Haltung den Frieden, bis sie das linke Rheinufer erreichten und besetzt hielten.
Trotz der Ausdehnungsbestrebung der Römer dauerte der Zuzug neuer suebischer Krieger aus ihrer alten Heimat nach Süden fort. Am unteren Main sammelten sie sich und ließen sich ostwärts vom Stammesgebiet der germanischen Chatten nieder.
An diesem neuen Vormarsch waren die Markomannen und Quaden beteiligt. Diese müssen Jahrzehnte dort geblieben sein. Davon berichtet uns der große Urnenfriedhof von Bad Nauheim, der den Quaden zugeschrieben wird.
Kurz vor dem Jahr 0 wurde es den Sueben zu eng in der Wetterau, den Landstrich nördlich des Mains. Die Chatten und Römer rückten ihnen langsam zu nahe. Ausserdem versperrten die Römer eine weitere Ausdehnung nach Süden.
Da entschloss sich der jetzige Herzog der Markomannen „Marbod“ nach Osten zu ziehen um Neuland zu gewinnen. Um 7 v.u.Z. bekam er Zustimmung seiner Männer für einen Heerzug. Böhmen, das die keltischen Bojer bewohnten, war das Ziel. Marbod führte seine Quaden und Markomannen durchs obere Maintal, übers Fichtelgebirge und Drang in Böhmen ein. Die Bojer wurden besiegt. Marbod errichtete ein mächtiges Reich „Marobudum“ (Marboding?). Den Quaden wurden östlich in Mähren Sitze angewiesen, die sie besonders zwischen March und Thaja ausbauten.
Mit der Einnahme Böhmens durch Sueben waren die Römer nicht einverstanden. Sie erkannten, dass Böhmen eine Schlüsselstellung in Bezug auf die Beherrschung Germaniens war. Tiberius rüstete daher im Jahre 4 v.u.Z. zu einem Feldzug gegen Marbod. Er rückte von 2 Seiten an. Sein Feldherr Saturninus wurde vom mittleren Rhein nach Böhmen geschickt. Tiberius selbst zog von Carnuntum aus über die mittlere Donau, um Marbod vom Süden her zu überraschen. Kurz vor dem Zusammentreffen brach ein Aufstand in Pannonien (Ungarn) aus. Tiberius blies den Feldzug ab und einigte sich mit Marbod über einen Waffenstillstand.
Kurz darauf fand im Teutoburger Wald eine große Schlacht statt, in denen „Armin“ der Cherusker mit den Chatten 3 römische Legionen des Varus vernichtete.
Zum ersten Mal waren die Römer in Germanien völlig aufgerieben. Der Sieg im Jahre 9 gab den Germanen den totalen Auftrieb. Auch Germanicus schaffte es nicht gegen Armin zu siegen. Die Verluste der Römer wurden so groß, dass Tiberus (Nachfolger von Augustus) die Feldzüge einstellte. So blieb Innergermanien von Römern frei.
Armins Ansehen stieg. Dies machte Marbod Angst und er wandte sich gegen ihn. Die Schlacht war im böhmischen Grenzland zwischen Saale und Elbe. Sie verlief unentschieden. Armin wurde 19 u.Z. von seinen Verwandten ermordet wegen angeblicher Freiheitseinschränkungen. Marbod machte sich unbeliebt durch Gewalttätigkeiten. Einer seiner adeligen Gefolgsleute „Catualda“ wechselte zu den Goten. Daher wandte sich Marbod um Hilfe bei Tiberius, der dies abwies. Dies nutzte Catualda 17 u.Z. um in Böhmen Marbods Königssitz einzunehmen. Marbod flüchtete nach Süden und wurde von Tiberius aufgenommen. Dieser wies im einen Alterssitz in Ravenna an, wo er ruhmlos starb. Auch Catualda blieb nicht lang beliebt. Er wurde von suebischen Hermunduren in Böhmen besiegt und flüchtete ebenfalls über die Donau zu den Römern. Nun regierte ein quadischer Fürst namens Vannius über Quaden und Markomannen.

Die Hermunduren brachen von Mitteldeutschland auf nach Süden und suchten Land im oberen Maingebiet. Im Jahr 69 u.Z. entstand ein Streit zwischen Hermunduren und den benachbarten Chatten um die Salzquellen bei Neustadt a. d. fränkischen Saale. Die Hermunduren gingen als Sieger hervor. Ostwärts der Hermunduren fassten die suebischen Naristen Fuß. Sie hielten sich im 1. Jh. u.Z. im Naabtal(Opf.) auf.

86 u.Z. bat Kaiser Domitian die Markomannen und Quaden um Hilfe gegen die Daker. Sie lehnten ab und die Markomannen wurden zur Respektverschaffung getötet. 140 u.Z. versuchten die Römer nördlich der Donau Stützpunkte aufzubauen. Dabei gelang es den Quaden die Römer aus ihrem Gebiet zu vertreiben. 150 u.Z. legten die Römer in der Zeit des Kaisers „Antonius Pius“ nochmal 50 km nach Osten und Norden vor. Hierbei berührten sie wieder germanische Siedlungen. Diese nochmalige Ausdehnung der römischen Macht erbitterte die Sueben, da sie erheblich eingeengt wurden. Die Römer errichteten einen 2 Meter hohen Wall, den „Limes“. Von Lorch aus begann gegen Osten der obergermanische Limes, der an schwäbisch Gmünd, Aalen, Buch, Pfahlheim, Halheim, Wilburgstetten, Ruffenhofen, Dambach, Ehingen, am Hasselberg, Theilenhofen, Weißenburg vorbeiführte und bei Eining kurz vor Kehlheim die Donau erreichte. Die Grundmauern des Lagers von Eining sind heute noch zu sehen. Gegen Norden führte der Wall von Lorch aus nach Pfahlbronn und von dort über Welzheim geradeaus nach Mainhardt, über Öhringen, Osterburken, Walldürn nach Miltenberg am Main, wo der Grenzwall eine Strecke den Main als sogenannten „nassen Limes“ benutzte, um bei Stockheim den Main nach Norden zu überschreiten.
Die ganze Wetterau der Chatten wurde vom Limes umzingelt. Am Übergang zum Taunusgebirge legten die Römer das stärkste Lager an, die Saalburg.
Die am meist geschädigten Germanen waren die Chatten/Wetterau, Mainsueben, Quaden/mittlere Donau.
Hier versuchten die Römer nördlich von der Donau im Quadengebiet Brückenköpfe anzulegen. Der obergermanische Limes von Lorch bis Kehlheim wurde später durch eine 2,5 Meter hohe Steinmauer verstärkt. Die Germanen versuchten mehrmals die Grenzen zu durchbrechen, doch die Römer konnten die Lücken sofort wieder schließen und damit eine Flucht verhindern.
166 überwältigten germanische Heerverbände (Hermunduren, Langobarden, Bastarnen und nicht germanische Sarmaten) die Römer an der mittleren Donau und zogen nach Oberitalien. Der Heerführer war der Markomannenkönig „Ballomar“ und Quadenfürst „Ariogais“. 215 ließ Kaiser Caracalla den Quadenkönig „Gajobomar“ ermorden. Daraufhin fielen die Quaden wieder in der römischen Provinz Pannonien ein. In einer späteren Zeit herrschten im Quadenland die Fürsten „Arahari“, „Witrodor“, „Widuhari“ und „Agilmund“.
357 schlossen sie Frieden mit Kaiser Konstantius, der bis zu dessen Nachfolger bestand.